Im Gespräch mit Ralph Behr

Auf dem Kandidatenbild der Aktiven Bürger sieht man dich mit einer Ausgabe der Süddeutschen Zeitung. Was verrätst du damit über dich?

Mir ist es wichtig, nicht nur oberflächlich oder einseitig informiert zu sein. Unsere Welt ist nicht schwarz-weiß, sondern hat viele Farb- und Grautöne. Um sich ein Urteil über Menschen und deren Verhaltensweisen, über Politik im Großen und Kleinen zu bilden, muss man sich über die Hintergründe informieren.

Dazu muss man Zeit in gute Gespräche und gute Information investieren – was sich am Ende beides wieder auszahlt.

Wie bist du nach Emersacker gekommen?

Wir wollten eigentlich das Haus in Augsburg-Hochzoll kaufen, in dem wir schon länger zur Miete wohnten, aber die Vermieterin sagte in letzter Minute ab. Da wir uns schon immer gut vorstellen konnten, weiter draußen auf dem Land zu wohnen, haben wir uns daher alternativ auch im Holzwinkel umgesehen. Hier in Emersacker, wo ich früher schon öfters beruflich hingekommen bin, haben wir dann ein passendes Angebot für ein großes Haus gefunden, in dem endlich genug Platz für die ganze Familie ist.

Was hat Dich bewogen, Mitglied der Aktiven Bürger Emersacker zu werden?

Als wir hier hergezogen sind, hab ich schon in den ersten paar Wochen erfahren dürfen, wie hilfsbereit und unkompliziert die Leute hier sind, auch gegenüber „Zugezogenen“. Dieser erste Eindruck hat sich dann in den folgenden Jahren über die Mitarbeit in Kindergarten, Schule, Elternbeirat Sportverein, Musikverein u.v.m. bestätigt und verstärkt. Weil ich mich sowieso gerne für eine gute Gemeinschaft engagiere, wollte ich über die Mitarbeit bei den Aktiven Bürgern ein wenig Dank zurückgeben. Letztendlich hat mich dann wahrscheinlich Gaby überzeugt mit dem Argument „mir sin net politisch, sondern aktiv!“ (lacht)

Welche Aufgaben unseres Gemeinderats siehst Du als die wichtigsten der nächsten Jahre?

Die finanziellen Großprojekte der letzten Legislaturperiode, also vor allem die Renovierung des schönen Bürgerhauses und die Erschließung des neuen Baugebiets werden beständig noch viele Jahre die zur Verfügung stehenden Mittel auf der Ausgabenseite binden. Gleichzeitig darf man angesichts unternehmerisch notwendiger Umorientierungen und steuerlicher Gestaltungsmöglichkeiten nicht damit rechnen, dass die Einnahmen im gleichen Umfang beständig erhalten bleiben werden.

Es wird also wenn überhaupt nur mehr ein minimaler Spielraum verbleiben, in dem sich neben den ganzen Pflichtaufgaben noch weitere Entwicklungen gestalten lassen.

Den Emersackerern muss klar sein, dass Wünsche nur dann umgesetzt werden können, wenn die Kosten hauptsächlich durch bürgerschaftliches Engagement getragen werden können. Selbst großzügig bezuschusste Maßnahmen werden gut zu überlegen sein, denn sie würden die Verschuldung weiter erhöhen.

Es wird umso wichtiger sein, die Dorfgemeinschaft weiter zu fördern.

Die Zeit muss dafür genutzt werden Pläne zu erarbeiten für die Dorfentwicklung, für den Hochwasserschutz, für die Flächennutzung, für den Nahverkehr, für die Grundversorgung und vieles mehr.

Reise mit uns in die Zukunft, sagen wir ins Jahr 2025. Wie sollte das Leben auf dem Land, also z. B. in unserem Emersacker dann aussehen?

Wenn man aus dem Fenster blickt sieht man eine vielfältige Kulturlandschaft mit Feldern, Wiesen und Wäldern.

Es gibt ein vielfältiges Angebot an Lebensmitteln des täglichen Bedarfs, einen großen Markt, auf dem regionale Erzeugnisse angeboten werden, eine Apotheke, eine Hausarzt- und eine Physiotherapiepraxis. Beim Jonny kann immer noch jeder anschreiben, sein striktes Rauchverbot gilt immer noch. Dazu gibt es eine Gastwirtschaft, die ein Geheimtipp über den Holzwinkel hinaus ist und ein Kino-openair am Sportplatz.

Fremde und Zugezogene werden herzlich aufgenommen und bedanken sich ihrerseits durch Mitarbeit an der Gemeinschaft. Das Dorf meistert den demographischen Wandel, indem es jungen Familien viele günstige Wohngelegenheiten bietet.

In die umliegenden Dörfer und Städte (und zurück!) gelangt man bequem und preisgünstig mit regelmäßig und häufig verkehrenden Bussen und Sammeltaxis.

Die Gewerbetreibenden fühlen sich unterstützt und können sich so entfalten, flexibel dem Wettbewerb stellen und wohnortnahe Arbeitsplätze sichern.

Gib zu – und das wolltest du doch schon immer mal sagen:

Seid’s freindlich!!!

Lieber Ralph, ich danke Dir für dieses Interview!


www.aktive-buerger-emersacker.de