Im Gespräch mit Evelyn Merker

Auf dem Kandidatenbild der Aktiven Bürger sieht man dich mit einem Maßband und Stecknadeln. Was verrätst du damit über dich?

Das ist kein Geheimnis. Ich nähe gern, ich verschenke gerne Patchworkdecken, weil ich nicht alle selbst behalten kann, aber es so viele schöne Stoffe gibt und Restchen, denen ich gerne einen Platz auf so einem „Gesamtkunstwerk“ geben möchte. Ich habe auch schon Decken auf Bestellung und gegen Honorar angefertigt, aber der Markt dafür ist anscheinend klein. Aber ich finde, jede/r braucht so eine, nur für sie/ihn gemachte Kuscheldecke, deshalb muss ich sie eben verschenken.

Wie bist du nach Emersacker gekommen?

Als wir mit dem ersten Kind schwanger waren, musste die neue Bleibe ein Haus sein – wir sind beide Steinbock, da stand es im Horoskop. Wir suchten also eines - und fanden hier in Emersacker die Molkerei, in der noch der letzte Käse reifte, dann zogen wir ein, zum 1. Mai 1982.

Was hat Dich bewogen, Mitglied der Aktiven Bürger Emersacker zu werden?

Als Elfriede Stegmüller, unsere „Gründungsmutter“, damals so entschlossen durch Emersacker zog und Mitstreiter für ihre Ideen suchte, waren wir gleich dabei. Ich habe mir davon versprochen, dass die Bürger, also auch ich, ein bisschen mehr in die Entscheidungen und Vorgänge im Dorf einbezogen werden: Einmischung im positiven Sinn.

Welche Aufgaben unseres Gemeinderats siehst Du als die wichtigsten der nächsten Jahre?

Entwicklung mit Augenmaß. Das heißt, das zwar Bauland oder Gewerbeland, soweit es noch Bedarf gibt, ausgewiesen werden soll, aber dabei der Naturschutz und auch der optische Eindruck von einem Dorf berücksichtigt werden soll. Alle sollen sich im Dorf nach Möglichkeit wohlfühlen. Darum ist auch eine gute Anbindung an die benachbarten größeren Orte (Wertingen, Meitingen) und an die Kreis- und Bezirkshauptstadt Augsburg sehr wichtig. Alle Jüngeren fahren mit dem Auto , aber wenn man kein Auto hat, was dann? Der ÖPNV ist ziemlich teuer.

Und dann soll „unser Dorf (noch) schöner“ werden, wie es einstmals hieß, das ist für mich nicht spießig, sondern ein weiterer Beitrag zum Wohlgefühl der Bürger.

Reise mit uns in die Zukunft! Sagen wir ins Jahr 2025. Wie sollte das Leben auf dem Land, z.B. in Emersacker aussehen?

Das, weswegen wir von mehr als dreißig Jahren hierher zogen, sollte dann noch da sein: dass man mit dem Rad oder zu Fuß nach kurzer Zeit zwischen den Feldern, Wiesen oder im Wald ist, dass man einen Garten hat, Ruhe, gute Luft, dass man sich über den Gartenzaun mit den Nachbarn unterhalten kann.

Gib zu – und das wolltest du doch schon immer mal sagen:

Was ich sagen will, habe ich zum großen Teil eh schon gesagt, vom Rest bleibt das meiste sowieso besser ungesagt.

Liebe Evelyn, ich danke Dir für dieses Interview!


www.aktive-buerger-emersacker.de